Thomas Heißler, 9. Februar 2010

Bilderschutz im Internet?

Oft fragen Kunden: „Wie kann ich meine Bilder im Internet vor Missbrauch oder unautorisierter Verwendung schützen“. Die Antwort darauf ist genauso oft unbefriedigend. Denn einen hinreichenden Schutz vor Bilderklau im Web gibt es nicht. Die einfachen Schutzmechanismen wie Rechtklicksperre, transparente Layer oder Zerstückelung sind mehr oder weniger einfach auszuhebeln. Auch bei aufwändigeren Methoden wie die Einbettung in Flash oder ein backendseitiger Schutz ist noch keine 100-prozentige Sicherheit gegeben. Letztlich kann zumindest immer ein Screenshot des Bildes gemacht werden, es sei denn es ist mit einem unschönen Wasserzeichen versehen, welches wiederum aufgrund der gestörten Ästhetik in der Regel nicht in Frage kommt.

Ein ganz anderer Ansatz ist es bereits geklaute Bildinhalte im Web zu verfolgen und bei „ertappen“ ggf. auf Unterlassung hinzuwirken. Ein gutes Tool hierfür bietet Digimarc. Mit dem Digimarc-Verfahren können Bilder mit einem unsichtbarem Wasserzeichen versehen werden. Dieses ist selbst dann erkennbar wenn das Bild editiert, in der Größe verändert oder kopiert wird. Die Suchmaschine von Digimarc spürt die Bilder anhand des versteckten Wasserzeichens auf und zeigt auf wo sie im Web verwendet werden. Wir haben das Tool für einige unserer Kunden im Einsatz, die Ergebnisse sind überraschend gut.
Eine kostenlose Alternative (beschränkt auf 100 Suchen pro Tag) bietet die Suchmaschine TinEye. Sie sucht Bilder anhand der optischen Übereinstimmung. Das Projekt findet sich allerdings noch in der Betaphase und der Suchindex deckt nur einen Bruchteil des Internets ab. Trotzdem sind hier je nach Fall auch interessante Ergebnisse möglich.

Weblinks:

www.digimarc.com

www.tineye.com

Kommentare

  1. Martin Dambach
    hat am Februar 9th, 2010 um 15:33 folgendes geschrieben:

    Könnte die Duldung unautorisierter Verwendung von Bildern nicht auch Bestandteil eines aktiven online Marketings sein mit social, web2.0 Komponente?

  2. Heinz Stoll
    hat am Februar 9th, 2010 um 15:37 folgendes geschrieben:

    … ja, könnte. Muss aber nicht.

  3. thomas.heissler
    hat am Februar 9th, 2010 um 16:15 folgendes geschrieben:

    Ja, wenn es zur Markenstrategie passt. So ist es heute durchaus Gang und gebe dies als Marketinginstrument zu nutzen. Ein Beispiel hierfür ist die Modemarke Monki, eine Tochter des H&M Konzerns (siehe hierzu auch Werben & Verkaufen, Ausgabe 47/2009). Auf der Website von Monki wurden Funktionen eingebaut um Bilder einfach herunterladen zu können oder mit Facebook und Twitter zu verknüpfen. So wird der “Bilderklau” aktiv gefördert als effektives Onlinemarketinginstrument genutzt.
    Dennoch scheint der Wunsch nach Schutz des eigenen Bildmaterials berechtigt. Man denke z.B. an Produktpiraterie oder die Positionierung von geklauten Bildern in einem Umfeld welches nicht dem Anspruch und dem Verständnis eines Unternehmens entspricht…

    Weblink:
    http://www.monkiworld.com

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